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Bühneneinsatz bei der UEFA EURO 2012

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Kategorie: Meine Arbeit
geschrieben von: Rocco Schimmel
Veröffentlicht am: 19. April 2014 08:32 - 2799 Aufrufe

 

„Creating History Together“ – Gemeinsam Geschichte schreiben, das war das Motto der UEFA EURO 2012. Es ist Geschichte geschrieben worden, das Finale am 01.07.2012 in Kiew hat den neuen und zugleich alten Europameister gekürt und die Eisele AG aus Frankfurt am Main hat ihren Teil dieser Geschichte mitgeschrieben.

Blick von der Eisele Arbeitsbühne auf das Olympiastadion in Kiew beim Finale der UEFA EURO 2012.

Für mich als Projektleiter EURO 2012 bei der Eisele AG begann die Europameisterschaft bereits Mitte des Jahres 2011. In Vorbereitung eines eventuellen Bühneneinsatzes an den Austragungsorten der EM hatte ich eigens einen Teil meines Jahresurlaubes in der Ukraine verbracht und das Land mit dem Mietwagen bereist. Auf diese Weise konnte ich wertvolle Erfahrungen und Kenntnisse über Straßenbeschaffenheit, Kontrollverhalten der Polizei, Infrastruktur etc. gewinnen. Bei der späteren Angebotsabgabe sollten sich diese Informationen von großem Nutzen erweisen. Anfang September 2011 kam die erste offizielle Anfrage der UEFA für eine Probebefahrung der Donbass-Arena in Donetsk. Bei einer solchen Befahrung wird der perfekte Standort sowie die erforderliche Höhe der später zum Einsatz kommenden Arbeitsbühne ermittelt und evtl. Störquellen aufgedeckt. Das ist sehr wichtig da während der EM nicht nur die Totale, also das Gesamtbild des Stadions, von einer auf der Plattform montierten Kamera gesendet wird, sondern auch die sehr wichtige Funkkommunikation über eigens montierte Antennen am Arbeitskorb abgewickelt wird. Über diese Funkstrecke kommen z.B. die Bilder der Hubschrauber welche über dem Stadion und den Fan-Zonen kreisen sowie der kabellosen Kameras im Stadion.

Die WT 700, eine 70 m hohe Arbeitsbühne der Eisele AG vor der Donbass-Arena in Donetsk. Die Kalkulation des Angebotes für die Probefahrung der Donbass-Arena erwies sich trotz guter Vorbereitung als schwierig. Zu viele offene Fragen standen im Raum. Welches ist der beste Weg der Verzollung der Maschine und wie hoch sind die Kosten, wie lange dauert ein Grenzübertritt in die Ukraine welche nicht mehr zur EU zählt, benötigt man Fahrgenehmigungen innerhalb der Ukraine und wer stellt diese aus, ist es besser einen Begleitservice in der Ukraine in Anspruch zu nehmen und wo findet man einen geeigneten Anbieter, dies waren nur einige der Fragen die es zu beantworten galt. Eine Menge Arbeit kam auf mich zu, profitierend von der jehrelangen Erfahrung der Eisele AG in Russland und anderen osteuropäischen Staaten, konnte ich diese Fragen, zumindest theoretisch, beantworten und ein entsprechendes Angebot an die UEFA abgegeben, für das die Eisele AG letztlich den Zuschlag erhielt.

Ein wichtiger Schritt in Richtung Teilnahme an der EM 2012 war getan, mit der Probebefahrung rückte die Eisele AG in den engeren Kreis der Unternehmen auf welche letztlich ihre Hubarbeitsbühnen im Auftrag der UEFA zu den jeweiligen Austragungsorten entsenden würden. Außerdem bot ein solcher „Vorauseinsatz“ die Möglichkeit die theoretische Kalkulation vor Abgabe eines endgültigen Gesamtangebotes zu prüfen und evtl. Fehleinschätzungen zu korrigieren. Das war auch der Grund, weshalb ich selbst mit einer WT 700 (70 m Hubarbeitsbühne) den mehr als 2500 km langen Weg in die Ukraine, zur Donbass-Arena in Donetsk antrat.

WT 700 bei der Probebefahrung vor der Donbass Arena, auf diesem Gelände würde später der TV-Compound sein. Fünf Tage dauerte die Fahrt bis nach Donetsk, von Frankfurt nach Görlitz, quer durch Polen auf einer sehr gut ausgebauten A4 bzw. Bundesstraße bis zur Polnisch / Ukrainischen Grenze nach Krakowec um von dort aus fast die gesamte Ukraine zu durchqueren bis zu meinem Ziel, Donetsk. Den ersten unfreiwilligen Stop gab es noch vor der polnischen Grenze für mich. Ich befuhr gerade die A4 bei Bautzen, kurz vor dem Tunnel Königshainer Berge. Die Autobahn war fast leer, ich kam gut voran als plötzlich ein Hubschrauber sehr tief direkt auf die Autobahn zuflog. Im ersten Moment dachte ich an einen Unfall und dass es sich um einen Rettungshubschrauber handeln könnte. Jedoch hielt er direkt auf mich zu und setzte sich im Tiefflug neben mich, ich konnte sogar den Piloten klar erkennen und die Aufschrift "Bundespolizei". Einen Augenblick flog der Helicopter so neben mir her dann stieg er etwas höher und umkreiste die Autobahn. Kurz darauf wusste ich dann was das zu bedeuten hatte. Ich wurde plötzlich von zwei dunklen BMW in "die Zange genommen" und in dem vor mir fahrenden Fahrzeug leuchtete in der Heckscheibe "Bitte folgen" auf. Am nächsten Parkplatz wurde ich nach draußen geleitet und man erklärte mir, dass es sich um eine Kontrolle handeln würde. Der Hubschrauber hatte am frühen Sonntagmorgen eine hochwertige Baumschine Richtung Polen gemeldet und das hatte sofort die Bundespolizei auf den Plan gerufen. Also alle Fahrzeugpapiere, Führerschein und Ausweis vorlegen.

Die WT 530 (53 m Hubarbeitsbühne) unterwegs zur UEFA EURO 2012 in der Ukraine.

Mit den Papieren war alles in Ordnung und so entschuldigte man sich für die Unannehmlichkeiten. Für mich war das kein Problem, im Gegenteil, ich war sogar etwas angenehm überrascht wie gut mittlerweile derartige Kontrollen funktionieren, das war ja auch im Interesse der Unternehmer. Trotzdem ein Einwand kam dann dennoch von den Beamten, das Sonntagsfahrverbot für LKW. Ich wüsste doch dass ich deswegen nicht weiterfahren dürfte, hielt man mir entgegen. Diesem Argument musste ich widersprechen, bei unserer Bühne handelte es sich um eine selbstfahrende Arbeitsmaschine mit grünem Kennzeichen und diese fällt nicht unter diese Bestimmung. Jetzt herrschte allgemeine Verunsicherung unter den Beamten, Telefonate wurden geführt und dann auch noch die Autobahnpolizei herbeigerufen. Während dieser Zeit kreiste immer wieder der Hubschrauber über dem Parkplatz und es hatten sich schon einige Schaulustige versammelt. Als auch die hinzugerufene Autobahnpolizei nicht genau wusste wie es sich mit selbstfahrenden Arbeitsmaschinen verhält und ich felsenfest argumentierte unsere Maschine würden nicht unter die Verordung des Wochenendfahrverbotes fallen, lies man mich weiterfahren. Die Fahrt durch Polen verlief ohne Zwischenfälle und so kam ich am Abend an der Polnisch / Ukrainischen Grenze in Krakowec an.  Dort sollte sich nun zeigen ob ich an alles gedacht hatte oder ob es zu Problemen kommen würde. Eine kilometerlange LKW-Schlange hatte sich vor der Grenze gebildet. In unregelmäßigen Abständen rückte diese auch während der Nacht auf, wer schlief wurde einfach von den nachfolgenden Fahrzeugen überholt und nach hinten durchgereicht. An richtigen Schlaf war in der Arbeitsbühne sowieso kaum zu denken. Sie war nur mit einer Notliege ausgerüstet und hatte auch keine Standheizung, irgendwie auch logisch, es handelte sich ja um eine Arbeitsmaschine und keinen Truck im Fernverkehr. Trotzdem hatte ich einen dicken Schlafsack dabei und ruhte ein wenig während der Wartezeit immer mit einem Ohr nach draußen, sobald die Motoren gestartet worden sprang ich auf um aufzurücken. Dieses "Spiel" ging so bis zum Morgengrauen, nach vielen Stunden Wartezeit endlich die Grenze, gleich als Erstes erfolgte eine Verwiegung des Fahrzeuges.

Fahrt durch die Ukraine. Oftmals anzutreffen sind Gedenkstätten wie diese aus den Zeiten der Sowjetunion.

Das erste Mal schon erwies sich die gründliche Vorbereitung als vorteilhaft. Im Besitz einer polnischen Fahrgenehmigung mit korrekten Maßen und Gewichten welche mit der Verwiegung identisch waren, wurde mir eine Weiterfahrt genehmigt, ansonsten wäre hier schon Endstation gewesen. Dann der schwierigste Teil, die Zolldokumente. Ich benutzte ein sogenanntes Cranet ATA, ein Zolldokument welches für eine temporäre Ausfuhr gedacht ist, also nur vorübergehend mit dem Ziel die Maschine wieder in die EU zurückzuführen. Ein solches Carnet kann je nach Nutzung viele Seiten stark sein und entsprechend kompliziert wirken, auch kann bei unkorrektem Ausfüllen der Verdacht einer illegalen Ausfuhr entstehen, weshalb es sehr wichtig ist alle Eintragungen zu überprüfen. Für die Zöllner ist ein Carnet mit Mehraufwand verbunden und nicht alltäglich, weshalb sich nur wenige darauf spezialisiert haben, entsprechend lange ist deshalb die Wartezeit und es kann auch schon mal passieren, dass man einen Schichtwechsel abwarten muss bis der „richtige Zöllner“ Dienst hat. Für mich war das diesmal nicht der Fall, dass Carnet wurde umgehend bearbeitet und die polnische Seite konnte ich mit meiner WT 700 unverhofft zügig passieren, dann begann die gleiche Prozedur auf der ukrainischen Seite.

Der Parkplatz vor dem Satdion in Liviv ist noch nicht fertig, kurze Rast gleich nach der Grenze.

Im ukrainischen Abschnitt der Grenze hat man ohne Kenntnisse der russischen Sprache bzw. Schriftzeichen wenig Chancen, einen strukturierten Leitfaden welche Stationen man zu absolvieren hat sucht man vergebens, entweder man weis was man zu tun hat, man erfragt es sofern man der Sprache mächtig ist oder man findet es durch sorgsames Beobachten der routinierten LKW-Fahrer welche schon viele Male hier waren, heraus. Für mich begann alles mit einer erneuten Verwiegung der Hubarbeitsbühne, worauf ich einen Zettel in der Größe eines Zettelklotzes erhielt auf dem das Kennzeichen des Fahrzeuges und ein erster Stempel waren. Am Ende sollte sich herausstellen, dass ich erst die Grenze verlassen durfte wenn ich fünf dieser Stempel auf dem kleinen Zettel hatte, Verwiegung, Passkontrolle, Fahrzeugkontrolle, Zollkontrolle und SMAP das ist das Ministerium für Transport also für evtl. erforderliche Fahrgenehmigungen. Nach vielen Stunden Wartezeit, Suchen und „Motivation“ hatte ich es geschafft, fünf Stempel waren auf dem Zettel den ich dem Beamten am Schlagbaum übergeben konnte worauf dieser die Schranke öffnete und die WT 700 das erste Mal auf ukrainischen Straßen rollte oder besser zuckelte. Im Oktober 2011 waren die Straße noch in einem derart desolaten Zustand, dass man teilweise nur Schrittgeschwindigkeit fahren konnte um keine größeren Schäden am Fahrzeug zu riskieren. Unter diesem Blickwinkel ist die Leistung der ukrainischen Straßenbauer gar nicht hoch genug einzuschätzen, denn als unsere Eisele-Kolonne kaum 7 Monate später auf dem Weg zur Fußball EM wieder die gleiche Strecke befuhr waren fast alle Straßen erneuert und bestens ausgebaut.

Die Donbass-Arena bei Dunkelheit, in Front die WT 700 der Eisele AG.

Diesen Vorteil hatte ich bei meiner Probebefahrung leider noch nicht und so musste ich die relativ geringe Fahrgeschwindigkeit mit langen Fahrzeiten wettmachen um nach zwei weiteren Tagen in Donetsk anzukommen. Die Fahrt führte über Lviv, Kiew, und Kharkiv. Unzählige Polizeikontrollen unterbrachen den Weg, welche alle nur ein Ziel hatten, die Neugierde der Beamten zu befriedigen, denn eine solche Maschine sorgte natürlich für Aufsehen und Ordnungsgelder zu kassieren, wofür auch immer ;-). Für die Übernachtungen suchte ich ausschließlich Hotels mit bewachten Parkplätzen auf. So war sichergestellt, dass ich nach Zahlung eines Bewachungsgeldes die Bühne am nächsten Tag unversehrt wiederfand.

In Donetsk angekommen bot sich ein unerwartet „europäisches“ Bild, die Stadt ist sehr sehenswert und an vielen Stellen wurde in Vorbereitung der EM gebaut und erneuert. Das Stadion, die Donbass-Arena braucht den Vergleich mit internationalen Arenen nicht zu scheuen und ist ein beeindruckendes Bauwerk welches nachts in blaues Licht getaucht noch gigantischer aussieht als am Tag. Die Probebefahrung gestaltete sich problemlos, der geplante Standort und die Arbeitshöhe der Bühne konnten bestätigt werden und am darauf folgenden Tag konnte die 5-tägige Heimreise angetreten werden welche ähnlich verlief wie die Anreise.

Die Donbass-Arena bei Dunkelheit.

Im Wesentlichen hatte der Einsatz in Donetsk die Kalkulationen bestätigt und es waren nur wenige Korrekturen bei der Abgabe des endgültigen Angebotes an die UEFA erforderlich. Nach einem zweiten Test Anfang des Jahres 2012 in Liviv erhielt die Eisele AG den Zuschlag für 5 der 8 EM Stadien. Alle ukrainischen Stadien Lviv (103 m Bühne), Kiew (53 m Bühne), Kharkiv (70 m Bühne), Donetsk (70 m Bühne) sowie die polnische Hauptstadt Warschau (103 m Bühne). Damit standen in beiden Halbfinalstadien sowie im Finalstadion jeweils eine Eisele-Hubarbeitsbühne als Broadcast Partner der UEFA. Bei insgesamt 20 der 31 Spiele der UEFA EURO 2012 waren Bühnen der Eisele AG beteiligt.

Am 31. Mai 2012 war es dann soweit, 5 Hubarbeitsbühnen der Eisele AG traten Ihren Weg in die EM-Stadien an. Im Vorfeld hatte sich viel getan sowohl von Seiten der Eisele AG als auch von Seiten der UEFA wurden umfangreiche Maßnahmen getroffen um einen reibungslosen Ablauf des Projektes EURO 2012 zu gewährleisten. Die Eisele AG erarbeitete einen speziellen Notfallplan welcher im Falle eines Maschinenausfalles zum Einsatz kommen sollte. Dieser reichte über Fernwartung (Modemzugang per GSM) der Maschinen, vorher festgelegte Dienstleister für Hydraulikreparaturen an den jeweiligen Standorten, bis hin zu Ersatzfahrern im Falle von Personalausfall. An den Arbeitsbühnen wurden verbesserte Kabelhalterungen montiert um die notwendigen Antennen- und Fernsehkabel sicher am Bühnenmast entlangführen zu können.

Die vier Hubarbeitsbühnen für die ukrainischen Stadien auf einem Parkplatz kurz nach der ukrainischen Grenze, vor Lviv.

Die UEFA hatte ein spezielles System zur Vereinfachung der Zollabfertigung und Ausweisung der Fahrzeuge als UEFA-Partner eingeführt. Dadurch war es möglich mit speziellen Truck-Identification-Pässen an den Frontscheiben der Fahrzeuge diese als offizielle EURO 2012 Fahrzeuge zu kennzeichnen bzw. über spezielle Anlaufstellen den Grenzübertritt im Vorfeld anzumelden. Diese Maßnahmen trugen erheblich dazu bei, dass sich die Wartezeiten an den Grenzen gegenüber den Probebefahrungen drastisch reduzierten. Betrugen die Wartezeiten vorher im Schnitt 20 Stunden wurden durch die bevorzugte Abfertigung diesmal kaum 5 Stunden benötigt. Die Straßen waren bis Kiew hervorragend ausgebaut und hinter Kiew konnte man stündlich beobachten wie Abschnitt um Abschnitt fertig gestellt wurde. Die Kontrollen der Polizei waren praktisch eingestellt worden. Sobald ein Kontrollposten den Truck-Identification-Pass und damit die UEFA Legitimation erkannte gab es freie Fahrt. Zusammenfassend war das Verhalten der Sicherheitskräfte sehr positiv, sie waren stets präsent aber dennoch im Hintergrund.

53 m Bühne in TV Compound von Kiey, bestückt mit Kamera und Antennentechnik.

Außer der 103 m Bühne welche nach Warschau fuhr bildeten die anderen 4 Bühnen einen Konvoi und fuhren nacheinander die Stadien in der Ukraine ab, über Lviv wo die zweite 103 m Bühne zum Einsatz kam, nach Kiev wo die 53 m Bühne auf einem Berg neben dem Stadion platziert wurde, weiter nach Kharkiv, dort wurde eine 70 m Bühne positioniert, bis die letzte  70 m Bühne ihr Ziel in Donetsk erreichte. In den Stadien angekommen nahmen die Bühnen ihren Platz in den Host Broadcast Areas neben den Stadien ein. Dort wurden sie mit der Kamera und Antennentechnik bestückt und verkabelt. Die Bühnenfahrer waren während dieser Zeit dem Host Broadcast Team angeschlossen. Dies reichte von der entsprechenden Kleidungsordnung (offizielle UEFA-Kleidung des Sponsors Adidas) bis hin zur Unterbringung, Verpflegung bzw. Shuttleservice zwischen Hotel und Stadion. Die Hauptaufgabe der Bühnen waren die Kamerabilder der Stadiontotale sowie Funkübertragung der Hubschrauberbilder und der Funkkameras im Innenbereich des Stadions. Zwischen den einzelnen Spieltagen wurden umfangreiche Tests durchgeführt.

Die WT 700 im Inneren des Olympiastadions in Kiev bei der Montage der Lichttechnik bzw. Finalbühne.

Als Eisele-Projektleiter der UEFA EURO 2012 war ich natürlich während der gesamten EM vor Ort. Aus diesem Grund steuerte ich die 53 m Bühne in Kiew selbst. Dies bot mehrere Vorteile, in Kiev war das Finalstadion, ein direkter Draht zu den Verantwortlichen vor Ort war gegeben, es wurde kein zusätzlicher Fahrer benötigt und nicht zuletzt hätte ich, aufgrund der zentralen Lage Kievs, bei eventuellen Problemen sofort reagieren können. Probleme gab es glücklicherweise keine, trotzdem sollte sich diese Entscheidung als richtig erweisen, ich konnte noch während der EM einen Folgeauftrag für die 70 m Bühne aus Kharkiv aquirieren welcher die Montage der Lichttechnik sowie der Finalbühne innerhalb des Olympiastadions zum Inhalt hatte. Die Finalbühne war zur Übergabe des Siegerpokals nach dem EM-Endspiel vorgesehen, sie wurde dierekt auf den Rängen vor den VIP-Plätzen, auf denen die Offiziellen und Ehrengäste saßen, errichtet. Da in Kharkiv nur bis zum Viertelfinale gespielt wurde, war die dortige 70 m Bühne am 19.06.12 wieder frei und sollte den Heimweg antreten. Dieser führte natürlich an Kiev vorbei und so war es naheliegend diesen Job, quasi im "Vorbeigehen" noch zu erledigen. So stand außer der 53 m Bühne neben dem Kiever Stadion auch noch eine 70 m Bühne im Inneren der Arena, mehr ging aus Sicht der Eisele AG kaum ;-).

Die Annehmlichkeiten bei einer EM, ein Sitzplatz auf der Trainerbank ;-).

Natürlich war der Einsatz bei der EM ein sehr verantwortungsvoller Job. An erster Stelle stand ein reibungsloser und erfolgreicher Ablauf, für uns also die Gewährleistung der Einsatzbereitschaft der Hubbühnen. Diesem Ziel wurden alle anderen Belange untergeordnet. Die Verfügbarkeit der Arbeitsbühnen musste, wann immer sie erforderlich war, gewährleistet werden. An den beiden Tagen vor einem Spiel und am eigentlichen Spieltag bedeutete dies Einsatzzeiten bis in die frühen Morgenstunden. Es wurde geprobt und getestet und am Matchday (Spieltag) war nach dem Spiel noch die Schlußberichterstattung zu absolvieren, erst danach konnten die Bühnen wieder eingefahren werden. Trotzdem blieb natürlich genügend Zeit um die Europameiseterschaft hautnah zu erleben. Die Möglichkeiten welche sich dabei boten lagen weit über denen der "normalen Fans" welche zu den Spielen angereist waren. Wer konnte schon von sich behaupten einmal auf der Trainerbank gesessen zu haben oder auf dem "heiligen Rasen" gestanden zu haben wo sich sonst nur die Spielerstars und Mannschaftsteams aufhielten. Und kaum jemandem wurde die Möglichkeit geboten während des gesamten Turniers (5 Wochen) an den Austragungsorten zu sein. In Kiew hatten sich die Veranstalter besondere Mühe gemacht auch die Rahmenveranstaltungen, welche die Spiele begleiteten, so attraktiv wie möglich zu gestalten. Eine der großen Hauptstraßen wurde komplett gesperrt und zur Fanzone umgestaltet. Dort gab es nebem dem Public Viewing auch zahlreiche Konzerte und Veranstaltungen. So traten in Kiew während der EM unter Anderem Status Quo, Elten John und Queen, vor tausenden von Fans, auf. Kiew ist eine wunderschöne Stadt, sehr sehenswert, die Bewohner waren ausgezeichnete Gastgeber und jederzeit freundlich und hilfsbereit.. 

Sammelplatz in Kiew, kurz vor der Rückfahrt nach Deutschland.

Zusammenfassend war der EURO 2012 Einsatz für die Eisele AG sehr erfolgreich. Alle Aufgaben wurden zur vollsten Zufriedenheit des Auftraggebers erfüllt und es kam zu keinerlei Ausfällen. Am 03.07.12 traten die letzten 3 Bühnen von ihrem Sammelplatz in Kiew aus die Heimreise an und erreichten am 05.07.12 das heimische Frankfurt am Main.

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